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Mitarbeiter zu führen ist eine komplexe Aufgabe und erfordert neben dem fachlichen Know-how eine wirkungsvolle Kommunikation. Jahresgespräche, Kündigungsgespräche, Konflikte im Team: die richtigen Worte zu finden, kann in solch sensiblen Situationen sehr herausfordernd sein. Durch Ihre Art der Kommunikation können Sie beeinflussen, ob Sie schwierige Situationen mit Ihren Mitarbeitern meistern, Konflikte lösen und Ihre Mitarbeiter motiviert bleiben. Fördern Sie eine wertschätzende Kommunikation auch in Ihrem Team, trägt dies massgeblich zu Ihrem Unternehmenserfolg bei. Denn eine positive Kommunikationskultur wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und Produktivität Ihrer Mitarbeiter aus. Vorgestellt und diskutiert wird ein Kommunikationsmodell, durch welches Sie auf eine authentische, offene, klare und wertschätzende Art und Weise mit Ihren Mitarbeitern kommunizieren können, ohne in ihnen Widerstand auszulösen.

DU-Botschaften
In zwischenmenschlichen Konflikten tendieren wir schnell dazu vorwurfsvoll zu sein, unser Gegenüber anzuschuldigen, es zu bewerten oder ihm negative Eigenschaften zuzuschreiben. „Frau Müller, Sie haben ja schon wieder Firmendokumente im Konferenzraum liegen lassen!“, ist ein Beispiel hierfür. Mit diesen DU-Botschaften drücken wir nur die Spitze des Eisberges aus. Was wir eigentlich empfinden, bleibt im Verborgenen. Beim Anderen löst dies häufig Unverständnis und Verletzung aus. Nicht selten fühlt sich dieser angegriffen und geht mit eigenen Beschuldigungen zum Gegenangriff über oder es staut sich innerlich Ärger an, welcher die Zusammenarbeit und das gemeinsame Erreichen von Zielen stark erschweren kann. Ist die Stimmung im Büro sehr spannungsgeladen, können psychosomatische Beschwerden daraus resultieren und die Leistungsfähigkeit kann schwer eingeschränkt sein.

ICH-Botschaften
„Bei sich bleiben“ ist eine Alternative. Wir könnten statt dem oben genannten Beispiel auch sagen: „Wenn Sie Firmendokumente im Konferenzraum liegenlassen, bin ich verärgert, weil mir wichtig ist, dass interne Vorgänge vertraulich behandelt werden. Bitte legen Sie die Dokumente im Aktenschrank ab.“ Dies drückt viel klarer aus, was wir empfinden und was wir uns wünschen. Zudem ermöglicht es dem Anderen, auf diese Wünsche einzugehen, sich ebenfalls zu öffnen und zu kooperieren.
Aber warum fällt uns das so schwer? Vermutlich haben wir Hemmungen, uns nach aussen verletzlich zu zeigen und Ängste, mit dem was wir wirklich empfinden und wer wir sind, nicht angenommen und akzeptiert zu werden. Dies insbesondere in der Geschäftswelt, in der wir kompetent und professionell wirken möchten. Aber oft sind diese Sorgen unbegründet.

Ein Modell, das uns helfen kann, authentisch mit unserem Gegenüber zu kommunizieren, ist das der "Gewaltfreien Kommunikation" von Marshall B. Rosenberg. Die vier Schritte des Modells möchte ich kurz vorstellen.

1. Beobachtung versus Bewertung

„Wenn Sie Firmendokumente im Konferenzraum liegenlassen…“

Das Modell sieht vor, Ihrem Gegenüber zunächst Ihre Beobachtung mitzuteilen. Dabei sollten Sie möglichst objektiv bleiben und keine eigenen Interpretationen oder Bewertungen mit reinbringen. Hilfreich ist der Vergleich einer Kamera: alles, was eine Kamera aufzeichnen kann, ist objektives Verhalten.

2. Gefühle versus Gedanken

„…bin ich verärgert…“

Anschliessend können Sie Ihrem Gegenüber beschreiben, welche Gefühle die Situation bei Ihnen ausgelöst hat. Zu beachten ist, dass in unserem Sprachgebrauch viele Redewendungen scheinbar Gefühle ausdrücken, aber tatsächlich Gedanken sind. Fangen wir einen Satz mit dem Wortlaut „Ich habe das Gefühl, dass….“ an, handelt es sich beispielsweise um eine Einschätzung und nicht um ein Gefühl. Gefühle sind z.B. Angst, Ärger und Trauer.

3. Bedürfnisse versus Anschuldigungen

„…weil mir wichtig ist, dass interne Vorgänge vertraulich behandelt werden…“

Eng verbunden mit den Gefühlen sind unsere Bedürfnisse. Emotionale Grundbedürfnisse sind z.B. das Bedürfnis nach Autonomie oder das nach Kontrolle. Werden diese Bedürfnisse verletzt, löst das meist intensive Gefühle aus. Damit Ihr Gegenüber Ihr Anliegen noch besser versteht, können Sie die Bedürfnisse beschreiben, die hinter den Gefühlen stehen.

"Konflikte sind ein tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse“ (Marshall B. Rosenberg)

4. Bitte versus Forderung

„Bitte legen Sie die Dokumente im Aktenschrank ab.“

Ihre Bedürfnisse können Sie in eine konkrete Bitte umformulieren. Dabei ist entscheidend, dass die Bitte positiv formuliert ist und das zum Ausdruck bringt, was Sie sich wünschen und nicht das, was Sie sich nicht wünschen. So hat der Andere eine klare Handlungsanweisung. Bitten bedeutet, verständnisvoll und akzeptierend zu reagieren, wenn der Andere der Bitte nicht nachkommen kann. Eine nicht erfüllte Forderung würde die gegenteilige Reaktion, also fehlende Akzeptanz, auslösen.

DISKUSSION

Authentisch zu kommunizieren erfordert Selbsterkenntnis und Selbstakzeptanz

Um dieses Modell erfolgreich anzuwenden, braucht es eine tiefere Auseinandersetzung mit sich selbst. Denn nur wer Bescheid weiss über seine Gefühle und Bedürfnisse, kann diese authentisch nach aussen präsentieren. Und nur wer sich selbst auch mit seinen unangenehmen Seiten und Gefühlen akzeptieren kann, bringt den Mut auf, diese offen nach aussen zu tragen. Doch die Arbeit lohnt sich! Eine höhere Authentizität wird verbunden mit mehr Lebenszufriedenheit, einer besseren psychischen Gesundheit und glücklicheren zwischenmenschlichen Beziehungen.

Definition Authentizität: Übereinstimmung zwischen drei Bereichen der Persönlichkeit: Inneres Erleben (=was ich fühle), Bewusstsein (=was ich davon bewusst mitkriege) und Kommunikation (=was ich davon mitteile). (Carl Rogers)

Gefühle in der Geschäftswelt

Vermutlich werden sich einige von Ihnen jetzt fragen, ob Gefühlsäusserungen und so viel Offenheit im Berufsleben angemessen sind und mit der Rolle einer Führungskraft vereinbar sind. Das kommt zum einen auf den jeweiligen Führungsstil und Kontext an, zum anderen auf die eigene Persönlichkeit und ob sich das für Sie stimmig anfühlt. Zudem kann das Modell durch die Wortwahl an den Kontext angepasst werden. So können Wörter für Emotionen gewählt werden, durch die Sie ausdrücken was Sie empfinden, ohne Ihr Tiefstes offenzulegen.

Zu beachten

Da Sie sich durch die Anwendung dieses Modell öffnen, machen Sie sich gewissermassen verletzlich. Dies kann in vielen Situationen erfolgreich verlaufen und mehr gegenseitiges Verständnis erzeugen. Kann der Andere mit Ihrer Offenheit nicht umgehen, können auch negative Konsequenzen resultieren. Dieses Risiko können Sie deutlich einschränken, indem Sie zuvor das Vertrauen zum Gegenüber prüfen und für sich klären, ob es Hinweise für eine negative Reaktion des Anderen gibt.

Der Weg ist das Ziel

Diese Dinge umzusetzen, braucht Übung und seine Zeit zu reifen. Vermutlich machen Sie auf Ihrem Weg verschiedene Erfahrungen, bevor Sie Ihren eigenen Umgang damit gefunden haben. Denn es geht vielmehr um eine innere Haltung, als um eine 1:1-Anwendung des Modells.

Fazit

Mit diesem Kommunikationsmodell können Sie durch eine authentische Kommunikation Ihre Wirkungskraft als Führungskraft sowie die Akzeptanz Ihrer Entscheidungen verstärken und die Loyalität, Motivation und Kooperationsbereitschaft Ihrer Mitarbeitenden fördern. Haben Sie Interesse mehr darüber zu erfahren? Ein persönliches und individuelles Coaching kann Sie auf Ihrem Weg zu einer wirksameren Kommunikation begleiten. Machen Sie sich auf den Weg! Sie werden über die Wirkung und die daraus resultierenden Resultate erstaunt sein!

Autorin: Miriam Gasser, Personalentwicklung & Coaching

Literatur:

Rosenberg, Marshall B. (2013). Gewaltfreie Kommunikation. Paderborn: Junfermann Verlag.
Schulz von Thun, Friedemann (2006). Miteinander Reden 1. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag

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