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Flexibles Rentenalter: BVG

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Mai 09 2017

Flexibles Rentenalter: BVG

Der gesellschaftliche Trend geht in Richtung Flexibilisierung der Altersleistungen und weg von einem festen Rentenalter.

Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten zur Flexibilisierung von Vorsorgelösungen und Erleichterung der Arbeitsmarktbeteiligung älterer Arbeitnehmer.

Weiterversicherung des bisherigen versicherten Verdienstes

Gemäss Art. 33a BVG  kann die Vorsorgeeinrichtung  in ihrem Reglement vorsehen, dass für die Mitarbeitenden, deren Lohn sich nach dem 58. Altersjahr um höchstens die Hälfte reduziert, auf Antrag des Mitarbeitenden hin, die Vorsorge für den bisherigen versicherten Verdienst weitergeführt wird. Die Weiterversicherung ist nur bis zu einer Einkommensreduktion von maximal 50% möglich. Der effektive Verdienst darf sich während Anwendung von Art. 33 a BVG nicht um mehr als 50% verringern. Kürzt die versicherte Person ihren Beschäftigungsgrad auf 40%, gilt Art. 33a BVG nicht.

Der Spar- und Risikoteil ist auf demselben Verdienst zu versichern. Es ist nicht möglich, den versicherten Verdienst gemäss Art. 33a BVG nur für den Alterssparprozess weiterzuführen und für die Risiken Invalidität und Tod einen neuen, reduzierten versicherten Verdienst festzusetzen. Die Lohnerhöhungen nach Stichtag bleiben unberücksichtigt.

Was passiert, wenn die versicherte Person einen höheren Lohn erzielt?

Eine versicherte Person reduziert ihr Pensum, so dass sich ihr effektiver Verdienst z. B von CHF 120‘000 auf CHF 60‘000 verringert. Die versicherte Person möchte sich aber, gemäss Art. 33a BVG sowie gemäss Reglement der Vorsorgeeinrichtung, mit einem versicherten Verdienst von CHF 120‘000 weiterversichern lassen. Sollte sich ihr Jahreslohn später auf CHF 62‘000 erhöhen, bleibt der versicherte Verdienst wie zuvor bei CHF 120‘000 und wird nicht auf CHF 122‘000 angepasst. Nach Art. 33a BVG ist die Weiterversicherung nur für den letzten Verdienst vor der Lohnreduktion zulässig. Eine spätere Lohnerhöhung ist somit ausgeschlossen.

Eine Teil-Weiterversicherung ist ebenfalls möglich (eine Lohnreduktion von CHF 120‘000 auf CHF 60‘000 ermöglicht beispielsweise eine Weiterversicherung in Höhe von CHF 100‘000). Allerdings nur für die drei Ereignisse Alter-, Tod und Invalidität.

Die Weiterversicherung des bisherigen versicherten Verdienstes oder Teil-Weiterversicherung kann höchstens bis zum ordentlichen reglementarischen Rentenalter erfolgen. Die damit zusätzlich  anfallenden Beiträge werden in der Regel voll dem Arbeitnehmenden belastet, ausser das Reglement sieht etwas anderes vor. 

Erwerbstätigkeit nach dem ordentlichen Rentenalter

Gemäss Art. 33b BVG kann die Vorsorgeeinrichtung in ihrem Reglement vorsehen, dass auf Verlangen der Mitarbeitenden deren Vorsorge bis zum Ende der Erwerbstätigkeit, höchstens jedoch bis zur Vollendung des 70. Altersjahres, weitergeführt wird. Die Weiterführung der aktiven Versicherung erfolgt im bisherigen Rahmen: keine Versicherung des hypothetischen Einkommens nach Art. 33a BVG möglich. Die Risikobeiträge müssen nicht mehr erhoben werden (reglementarische Grundlage entscheidend).

Wie sieht es mit dem versicherten Verdienst aus, wenn man nacheinander Art. 33a BVG und dann Art. 33b BVG anwendet?

Wenn ein Mitarbeitender seinen Beschäftigungsgrad mit 58 Jahren von 100% auf 50%  reduziert und nach 64/65 noch 50% weiterarbeiten möchte, kann die versicherte Person den versicherten Verdienst vor Reduktion,  gemäss Art. 33a BVG,  zu 100% bis zum 64./65. Altersjahr weiterversichern.

Nach dem 64./65. Altersjahr kann die versicherte Person gemäss Art. 33b BVG ihren versicherten Verdienst von 50% (und nicht zu 100%) weiterführen, einschliesslich für Einkäufe.

Fazit:
Die berufliche Vorsorge hat keine festen Pensionierungsmöglichkeiten, sondern lässt Platz für flexible Lösungen. Es ist wichtig, sein Vorsorgereglement zu kennen, bevor man sich für eine Option entscheidet.

Autor: Sanja Ivanovic, Leiterin Payroll

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