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Umsetzung Arbeitszeiterfassung -  was bleibt gleich?

Die Arbeitszeiterfassungspflicht wird derzeit viel diskutiert und dies, obwohl die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung gemäss Art. 46 ArG und Artikel 73 Verordnung 1 zum ArG schon lange besteht.

Die Arbeitgeber sind demnach verpflichtet, eine Dokumentation zu führen, damit für die Vollzugsbehörden im Rahmen von Kontrollen alle erforderlichen Angaben ersichtlich sind. Die Dokumentationspflicht umfasst genauere Informationen zu den Arbeitszeiten (Dauer und Lage der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit  sowie der Pausen und der Ausgleichszeiten).

Das Arbeitsgesetz hat als wesentliches Ziel den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden. Anhand der oben erwähnten Angaben kann die Vollzugsbehörde überprüfen, ob der Arbeitgeber die im Arbeitsgesetz verankerten Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen eingehalten hat.

Unsere Arbeitswelt hat sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Die Tätigkeiten der Gegenwart zeichnen sich durch zeitliche und örtliche Flexibilität und eine grosse Autonomie der Mitarbeitenden aus.

Für alle Arbeitnehmenden, welche bei der Festlegung ihrer Arbeitszeit nicht über eine gewisse Selbständigkeit verfügen, für diese bleibt die systematische Arbeitszeiterfassung als Standardregel.

Für die Arbeitnehmerkategorien aber mit  einem grossen Handlungsbedarf wurden neue Verordnungen zur Arbeitszeit geschaffen.    

Umsetzung Arbeitszeiterfassung -  was ändert sich?

Der Bundesrat hat am 4. November 2015 die Arbeitszeiterfassung den Realitäten der heutigen Arbeitswelt angepasst. Es wurden Art. 73a und 73b in die Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) eingeführt. Diese neuen Bestimmungen erlauben unter strengen Voraussetzungen neue Erleichterungen oder sogar den Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung. Die revidierte Verordnung ist am 01. Januar 2016 in Kraft getreten.

Verzicht auf Zeiterfassung – Art. 73a ArGV 1

Gemäss Artikel 73a ArGV 1 wird es künftig möglich sein, auf der Grundlage eines Gesamtarbeitsvertrages (auch regionale oder branchenübergreifende Gesamtarbeitsverträge möglich) und mit schriftlicher Zustimmung des Arbeitnehmenden von der Erfassung der Arbeitszeit gänzlich abzusehen. Der Gesamtarbeitsvertrag muss folgende Punkte beinhalten:

  • Möglichkeit und Grundlagen des Verzichts
  • Massnahmen für den Gesundheitsschutz und Einhaltung der Pausen (Abs. 4 lit.a)
  • Verpflichtung Arbeitgeber zur Bezeichnung interner Anlaufstelle für Fragen zu den Arbeitszeiten (Abs. 4 lit. b)

Diese Bestimmung richtet sich primär an Arbeitnehmende mit grosser Autonomie betreffend Arbeitsorganisation und Zeiteinteilung sowie  mit einem Bruttojahresgehalt (inkl. Bonus) von mehr als CHF 120‘000. Nicht zu erfassen sind somit tägliche und wöchentliche Arbeitszeit, inkl. Ausgleichs- und Überzeitarbeit, Ruhe- Ersatzruhetage, Lage und Dauer der Pausen von mehr als einer halben Stunde und keine Dokumentation der gesetzlich geschuldeten Lohn- und/oder Zeitzuschläge.

Vereinfachte Arbeitszeiterfassung – Art. 73b ArGV1

Gemäss Artikel 73b ArGV 1 besteht die Möglichkeit einer stark vereinfachten Arbeitszeiterfassung für Arbeitnehmende mit einer namhaften Arbeitszeitautonomie. Bei dieser Bestimmung muss lediglich die Gesamtdauer der täglichen Netto-Arbeitszeit (Umfang) dokumentiert werden. Einzig bei Sonntags- und Nachtarbeit ist zusätzlich auch Beginn und Ende des Arbeitseinsatzes festzuhalten. Für die vereinfachte Arbeitszeiterfassung braucht es keinen Gesamtarbeitsvertrag sondern nur eine kollektive Vereinbarung mit der Arbeitnehmervertretung (gemäss Mitwirkungsgesetz; Vereinbarung mit im Betrieb verankerter Gewerkschaft mit Gesamtarbeitsvertrag auch möglich). Sofern keine solche Arbeitnehmervertretung besteht, muss die Mehrheit der Mitarbeitenden der Einführung dieser  Bedingung zustimmen.

In Betrieben mit weniger als 50 Arbeitnehmern kann die vereinfachte Arbeitszeiterfassung durch eine individuelle Vereinbarung (schriftlich) mit dem betroffenen Mitarbeitenden eingeführt werden.

Was sollte eine Vereinbarung beinhalten?

  • Festlegung von Arbeitnehmerkategorien
  • Massnahmen für Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen
  • Paritätische Begleitung – Besprechung von Fragen und Problemen, Anpassungen vornehmen.

Fazit:

Dokumentationspflicht des Arbeitgebers bleibt i.S.v. Art. 46 ArG  bestehen. Mit der revidierten Verordnung werden jedoch unterschiedliche Regelungen der Dokumentation eingeführt, wobei zwei neu sind. Die Bedingungen differenzieren sich abhängig von der ausgeübten Tätigkeit.

Bei allen drei Modellen hat der Arbeitgeber ein  Tool zur Verfügung zu stellen. ProPers AG besitzt die neuesten Tools für die Einführung oder Überarbeitung der Arbeitszeiterfassung, welche die gesetzlichen Vorgaben zur Dokumentation der verschiedenen Zeitmodelle einhalten.

Autorin: Sanja Ivanovic, Leiterin Payroll, ProPers AG

Literaturquelle:

https://www.admin.ch/ch/d/gg/pc/documents/2655/ArGV_1_Art-73a,73b_Erl.-Bericht_de.pdf

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