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Umsetzung der FABI-Initiative

(597 x gelesen) im
Dez 20 2016

Das Jahr 2016 neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Dies nehmen wir zum Anlass, Ihnen nachfolgend noch einmal die folgenreichste Änderung für das Jahr 2016 näher zu bringen: die Umsetzung der FABI-Initiative.

Durch die Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 wurde die Vorlage über die Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (FABI) angenommen und trat zum 1. Januar 2016 in Kraft. Grundlegend sieht diese eine Beschränkung des Fahrtkostenabzugs für unselbständig Erwerbstätige bei der direkten Bundessteuer auf maximal CHF 3‘000.00 pro Jahr vor.

Auf kantonaler Ebene hat man unterschiedliche Obergrenzen festgelegt.

  1. Steuerliche Konsequenzen für Pendler

Pendler können die Fahrtkosten bei einem Arbeitsweg von mehr als 10 km, welcher zweimal pro Tag mit dem Privatauto zurückgelegt wird, nicht mehr steuerlich geltend machen. Bisher konnten diese unbegrenzt vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

  1. Steuerliche Konsequenzen für Inhaber von Geschäftsfahrzeugen

Für unselbständig Erwerbstätige mit Geschäftsfahrzeug ist weiterhin ein Privatanteil von 0.8 Prozent des Kaufpreises (exkl. Mehrwertsteuer) pro Monat, 9,6 Prozent pro Jahr, für die private Nutzung (ohne Arbeitsweg) zu deklarieren. (Vgl. Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises, Randziffern 21-25.)

Wenn unselbständig Erwerbstätige über ein Geschäftsfahrzeug verfügen und vollständig oder teilweise im Aussendienst (Handelsreisende, Kundenberater, Monteure oder ähnliche) tätig sind, muss der Arbeitgeber neu unter Ziffer 15 im Lohnausweis den prozentualen Anteil Aussendienst anhand der effektiven oder pauschalen Variante der Steuerverwaltung bescheinigen.(Vgl. Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises, Randziffer 70.)

Diese Erwähnung erleichtert den Mitarbeitenden die Deklaration des Arbeitswegs in ihrer Steuererklärung dadurch, dass nur die Tage zu deklarieren sind, an welchen sie vom Wohnort mit dem Geschäftsfahrzeug an die übliche, permanente Arbeitsstätte fahren.

Der Naturalwert dieser Fahrten ist bei den Mitarbeitenden in deren Steuererklärung als übriges Einkommen zu deklarieren. Vom aufgerechneten Betrag können die effektiven Arbeitswegkosten bis zum Maximalbetrag von CHF 3‘000.00 bei der direkten Bundessteuer jährlich in Abzug gebracht werden.

Mitfahrer in Geschäftsfahrzeugen sind von dieser Regelung ausgenommen.

Als Aussendienst gelten diejenigen Tage, an denen die Mitarbeitenden mit ihrem Geschäftsfahrzeug direkt vom Wohnort zum Kunden und vom Kunden direkt wieder an ihren Wohnort fahren. Fährt der Mitarbeitende zunächst die übliche Arbeitsstätte an, bevor er weiter zum Kunden geht und kehrt er am Abend vom Kunden direkt zum Wohnort zurück, so gilt der Arbeitstag als halber Aussendiensttag. Gleiches gilt, wenn der Arbeitnehmer morgens vom Wohnort direkt zum Kunden und später am Abend noch an seinen üblichen, permanenten Arbeitsort fährt, bevor er an seinen Wohnort zurückkehrt. 

 

Da Poolfahrzeuge für gewöhnlich am üblichen Arbeitsort stationiert sind und allen Mitarbeitenden für Kundenbesuche zur Verfügung stehen, fällt bei ihnen auch kein zu versteuernder Privatanteil für den Gebrauch an, sofern sie rein geschäftlich genutzt werden. Werden Poolfahrzeuge durch die Mitarbeitenden auch privat eingesetzt, so ist ein Fahrtenbuch zu führen und dem Mitarbeitenden die privaten Fahrten zu einem Ansatz von 70 Rappen pro Kilometer in Rechnung zu stellen.

Regelmässige Home-Office Tätigkeiten sind ebenfalls als Aussendiensttage zu bescheinigen, da an diesen Tagen kein Arbeitsweg zurückgelegt wird.

Längere Erwerbsunterbrüche wie Mutterschaft oder Rekrutenschule sind wie bisher mit genauer Dauer unter Ziffer 15 im Lohnausweis anzugeben.

Bei der Berechnung des Aussendienstanteils werden die effektiven Aussendiensttage in Prozenten des Totals von 220 Arbeitstagen angegeben. Bei der Festlegung der Summe an Arbeitstagen sind Ferien, einzelne Krankheitstage und ähnliche bereits berücksichtigt.

Für Teilzeitangestellte berechnet sich der Aussendienstanteil in Prozent des Beschäftigungsgrades.

Falls die jährliche, genaue Ermittlung der Aussendiensttage zu einer übermässigen Belastung für den Arbeitgeber führt, können die Aussendiensttage pauschal angegeben werden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat in Zusammenarbeit mit den Kantonen eine Funktions-/Berufsgruppenliste für den zu bescheinigenden Anteil am Aussendienst erarbeitet. Für die Deklaration im Lohnausweis sind die folgenden Vermerke anzubringen:  „Anteil Aussendienst xx% effektiv“ bzw. „Anteil Aussendienst xx% pauschal nach Funktions-/Berufsgruppenliste“.

Den Arbeitnehmern steht in diesem Fall die Möglichkeit offen, im Rahmen des ordentlichen Veranlagungsverfahrens bzw. im Rahmen der nachträglichen Überprüfung der Quellensteuer gemäss Artikel 137 Absatz 1 DBG den Nachweis über den höheren effektiven Anteil Aussendienst zu erbringen. Ausserdem steht es dem Mitarbeitenden offen, ausnahmsweise mit der jeweiligen Steuerverwaltung des Sitzkantons für Mitarbeiterkategorien einen separaten Vorabbescheid in Bezug auf den zu bescheinigenden Anteil Aussendienst abzuschliessen, wenn sich für einzelne Funktionen bzw. Berufsgruppen keine Angaben auf der oben erwähnten Liste finden oder die vorgeschlagenen Prozentsätze in besonderen Fällen als nicht zutreffend erachtet werden. In diesem Fall ist unter Ziffer 15, Bemerkungen, des Lohnausweises folgender Vermerk anzubringen: „Anteil Aussendienst xx% pauschal gemäss Vorabbescheid mit kantonaler Steuerverwaltung“.

Die kantonalen Veranlagungsbehörden sind zuständig für rechtsverbindliche Auskünfte und die Veranlagung der direkten Bundessteuer.

Autor: René Schneider, Payroll Specialist

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