Social Media
Erfahrungen von Erich Brönimann, Stellenvermittlung SH mit Social Media:
„Als Stellenvermittler benutze ich die Sozialen Netzwerke im Internet, um Fachspezialisten zu suchen. Durch die hilfreichen Suchfunktionen finde ich interessante potentielle Bewerber. Die Kontaktaufnahme ist unkompliziert und schnell. Zudem ist der finanzielle Aufwand im Vergleich zu den Zeitungsinseraten um ein vielfaches geringer.”
Kontakte sind in allen Bereichen des Lebens notwendig und der erfolgreiche Mensch des 21. Jahrhunderts kommt nicht darum herum, sich diesbezüglich zu organisieren. Im privaten Bereich geht es darum, die Daten von Freunden und Bekannten zu verwalten, damit kein Geburtstag vergessen geht, aber auch darum im geeigneten Moment, auf das Wissen oder allenfalls auf das Kontaktnetz eines Bekannten zurückgreifen zu können. Im Geschäftsleben waren Kontakte schon immer wichtig und werden deshalb auch als Kapital bezeichnet. Bourdieu (1997), einer der bekanntesten französischen Soziologen, hat die These formuliert, dass ein Individuum verschiedene Sorten von Kapital hat: Ökonomisches, kulturelles und eben soziales Kapital. Er schreibt zum sozialen Kapital „… das soziales Kapital ist die Summe der sozialen Verpflichtungen oder „Beziehungen“ und dies ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls in ökonomisches Kapital konvertierbar…“. Dies bedeutet, dass soziales Kapital mit Kontakten gleichzusetzen ist, die einer guten Pflege bedürfen. In Marketing und Verkauf gilt die Devise, dass nur der erfolgreich sein kann, der eine möglichst gute Zahl an Kontakten vorweist und diese auch regelmässig pflegt und bei Bedarf ergänzt. Auch der einzelne Mensch muss heute mehr denn je „Marketing in eigener Sache“ betreiben. (Der Begriff „Ich-AG“ wurde von U. Beck geprägt und meint, jeder agiert heute so, als wäre er eine Klein – AG.) So ist eine gezielte Netzwerkpflege privat wie beruflich DER Faktor, dem grosse Relevanz zugesprochen wird in Bezug auf Erfolg.
Im Zusammenhang mit dem Auf- und Ausbau von Kontaktnetzen und der Pflege der selbigen werden immer häufiger soziale Internet Plattformen, sogenannte „Social media“, genannt. XING, LinkedIn, Facebook, MySpace oder andere Web-basierte Social Networks sind im Zeitalter des Internets und der Globalisierung nicht mehr wegzudenken und gehören bereits seit einigen Jahren zum Alltag. Viele nutzen diese Kanäle für Privates, mehr und mehr werden aber auch berufliche und geschäftliche Beziehungen darüber aufgebaut und gepflegt. Hier sollten sich alle Benutzer (Private und Unternehmen) zuerst einmal bewusst werden, was sie mit ihrem Internet-Auftritt erreichen wollen. Wie soll das Erscheinungsbild sein? Was ist der Zweck des Auftritts? Es gilt eine eigene Strategie zu definieren, um sich danach auf der dafür bestgeeignetsten Plattform zu präsentieren.
Natürlich birgt das Arbeiten mit Social media auch Risiken: Es stellt sich die Frage, wie jeder einzelne von uns mit der Kontaktflut umgehen soll. Die Netzwerkforschung hat ergeben, dass ein Mensch in der Regel zwischen 80 – 100 persönliche Kontakte hat. In Online-Netzwerken können es schnell einmal 200- 300 werden. Doch wie überall ist nicht Quantität sondern Qualität massgebend. Spiegel schreib dazu: „Es gibt Menschen, die nur wenige Kontakte pflegen und es gibt jenen Hans Dampf in allen Gassen, der einfach alles und jeden kennt. Diese sogenannten Superspreader sind es, die Knoten mit besonders vielen Verbindungen im Netz bilden. Sie sind entscheidend, um Nachrichten zu verbreiten, aber auch ansteckende Viren.“ Eine weitere Gefahr ist der Persönlichkeitsschutz. Wer hat Einsicht in die persönlichen Daten? Was geschieht mit den Angaben und Bildern? Von wem wird was heruntergeladen, zweckentfremdet und/oder in einem andern Kontext wieder veröffentlicht? Wir haben es alle schon gehört und gelesen, wie schlecht sich Opfer des World Wide Webs wehren können, da eine Verfolgung von Tätern praktisch unmöglich ist.
Die Chancen der Social Media gilt es aber auch zu nennen: Personalvermittler und Arbeitgeber kommen an Menschen heran, die im Moment gar keine neue Stelle suchen. Arbeitgeber können gezielt nach dem passenden Profil suchen und die Menschen direkt ansprechen. Hier muss der potentielle Stellensuchende, also jeder einzelne Arbeitnehmer dafür sorgen, dass der Auftritt im Netz gut und professionell einwandfrei gestaltet ist, wie in einem Bewerbungsdossier.
Für Stellenausschreibungen sowie für Bewerber eignen sich Business-Plattformen wie zum Beispiel XING (deutsch) oder LinkedIn (englisch). Facebook hingegen ist eher geeignet, um jemanden zu finden, der mit auf eine Abenteuerreise geht oder wenn es gilt, die Verbreitung von neuen Produkten oder Songs zu forcieren.
Gerade wegen dieser Vielzahl an Möglichkeiten wird es in Zukunft immer wichtiger sein, einerseits die Kontaktdaten ständig auf dem neuesten Stand zu halten und andererseits die Beziehungen, das heisst einen persönlichen und direkten Kontakt zu pflegen. Beziehungspflege heisst Kontakt Angesicht zu Angesicht, heisst Wertschätzung und Vertrauen aufbauen; nur Kontakte auf diesen Grundlagen können zur Qualität eines Netzwerkes beitragen und zu sozialem Kapital werden.
Nutzung von Kontaktplattformen durch Unternehmen
Moderne HR-Abteilungen von Unternehmen nutzen die Online-Plattformen regelmässig um geeignete Bewerber zu finden. Die direkte Kontaktaufnahme ist unkompliziert und je nach Plattform mit geringen oder sogar keinen Kosten verbunden. Zusätzlich generieren die Unternehmen welche über die Social Media Network Plattformen ihre Stelleninserate verbreiten, auch einen positiven Werbeeffekt, indem sie über den Multiplikationsfaktor und die enorme Verbreitung solcher Nachrichten, den Bekanntheitsgrad steigern können.


