Motivation oder Mittelmässigkeit: Wer wem den Ball zuspielt und wer letztlich als Gewinner daraus hervor geht.

Wir von der ProPers AG haben in unseren unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern häufig die Möglichkeit, Personen in verschiedensten Hierarchiestufen zu begleiten und stellen immer wieder fest: Motivation ist ein Ball, der hin und her gespielt wird! Die Führung spielt ihn den Mitarbeitern zu, er fliegt zwischen einzelnen Kollegen hin und her, Teams spielen ihn sich gegenseitig in die Hand, nach dem Motto: „Fangt ihr zuerst an! Wenn ihr wirklich gut seid, dann spiele ich/wir auch mit!“

Ein derart komplexes Thema wie Motivation in einem Newsletter abschliessend abhandeln zu wollen oder auch nur zu glauben man könnte es annähernd umreissen, wäre eine Anmassung. Daher geht es in diesem Beitrag rein um Beobachtungen aus der Praxis, die zum Denken anregen und ein Schmunzeln auslösen sollen.

Punkt 1
Vorgesetzte wünschen sich nichts sehnlicher als motivierte Mitarbeiter, die mitdenken, Spass an der Arbeit haben und die sich aktiv an der Entwicklung des Unternehmens beteiligen.

Punkt 2
Mitarbeiter wünschen sich nichts sehnlicher als jeden Morgen motiviert zur Arbeit zu kommen, sich auf den Tag freuen zu können und im Unternehmen interessante Arbeit zu leisten.

Punkt 3
Es gibt keine bessere Voraussetzung, um ein Vorhaben in Taten umzusetzen! Ein übereinstimmendes Ziel aller Teilnehmer gilt in allen Lehrbüchern als der zentrale Erfolgsfaktor!

Punkt 4
Die zahlreichen Publikationen, Seminare und Weiterbildungen zu diesem Thema lassen vermuten, dass die Umsetzung trotzdem nicht immer einfach ist und oft nicht gelingt.

Woran liegt das?

Ist ständige Motivation überhaupt ein realisierbares Ziel? Oder verhält es sich damit, wie Paul Watzlawick im (lesenswerten) Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ beschrieb? Er behauptet, dass Menschen erst deshalb unglücklich werden, weil sie erwarten ein ständig glückliches Leben führen zu müssen. Wir können gar nicht konstant glücklich und motiviert sein. Im Sinne von Watzlawick ist jener Mensch glücklicher, der gar nicht erwartet, immer Glücksgefühle zu erleben. Das würde paradoxerweise bedeuten, dass wir uns aufgrund der nicht realistischen Erwartungshaltung ständig motiviert zu sein, selbst demotivieren.

Müssten wir uns dem zufolge mit Mittelmässigkeit zufrieden geben, um motivierter zu sein?

Nach dem Motto:„Den Ball liegen lassen und sich gar nicht erst darum bemühen, ihn weiterzuspielen?“ Zugegebenermassen eine provozierende Aussage und im Kontext unbrauchbar, weil das gegnerische Team sicher nicht schläft!

Was ist überhaupt Motivation?

Motivation kann als die Summe der Beweggründe, die einen dazu veranlasst etwas Bestimmtes zu tun, definiert werden, ein Antriebssystem sozusagen.

Gesucht wäre hiernach von Mitarbeitern sowie von Führungskräften ein Antriebsmechanismus, um die Bewegung in Richtung eines (Unternehmens-) Ziels zu entfachen! Nach der Devise:„Wir werden Weltmeister!“

Zielklarheit in der Aufgabenstellung ist folglich eine der Bedingungen, nicht aber der Auslöser, der die Motivation voraussetzt. Klarheit der Aufgabe: „Der Ball muss ins gegnerische Tor!“

Was könnte jedoch den Antrieb auslösen?

Üblicherweise wird in Unternehmen mit Angst, Anreiz oder Weiterentwicklung agiert. Angst vor einem Stellenverlust, vor dem Versagen in der Aufgabe oder vor der Konkurrenz sind unter anderem Faktoren, die einen Einfluss auf Motivation haben, sich aber irgendwann immer auf die psychische Gesundheit auswirken und negativen Stress auslösen. Anreize in Form von positiven Belohnungen wie Bonussystemen, guten Anstellungsbedingungen, flexibilisierten Arbeitszeiten sind gleichfalls wirksam, laufen aber Gefahr, nach einer gewissen Zeit als Selbstverständlichkeit angesehen zu werden und verlieren damit ihren Antriebscharakter. Sie werden zu Demotivationsfaktoren, wenn sie aus irgendeinem Grund ausbleiben.

Diese beiden umrissenen negativen, wie positiven Sanktionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie äussere (extrinsische) Anreize darstellen und nicht nachhaltig sind.

Es bleibt die Förderung der persönlichen Weiterentwicklung. Dies ist ein effektiver, erfolgsversprechender Weg, denn er setzt am natürlichen menschlichen Bedürfnis an, sich um sein eigenes Wohl zu kümmern und kann dazu beitragen, Menschen zur Höchstleistung zu motivieren. Menschen sind motivierter, das zu tun, was in ihrem eigenen Interesse liegt und was in ihren Augen, das Beste für sie ist. Wir schreiben bewusst „kann motivieren“, denn es ist ein Ding der Unmöglichkeit, andere zu motivieren, wenn sie sich nicht selbst motivieren wollen! Man kann nur Einfluss darauf nehmen, wozu sie bereits von sich aus motiviert sind. (vgl. Bruce/Pepitone 2001)

Denken wir an die kleinen Jungen in den Strassen Afrikas, Brasiliens oder sonst irgendwo auf der Welt, die nur eines ganz klar wissen: „Wenn ich den Ball ins Tor schiesse, dann – und nur dann -, kommt das Team weiter und nur so komme auch ich weiter!” Brächten sie nicht von sich aus die Motivation mit, hätten sie nie die Chance, überhaupt in ein Team aufgenommen zu werden.

Selbstmotivation: Menschen, die von innen strahlen und voller Energie, Begeisterung  und Tatendrang durchs Leben gehen, sind nicht einfach Menschen ohne Probleme. Im Gegenteil, sehr häufig haben sie schwierige Situationen zu meistern. Was sie von anderen Menschen unterscheidet ist die Achtsamkeit, mit der sie mit sich selbst und anderen umgehen. Es gibt nur ein Motto zum Thema Motivation:„Um den Ball kämpfen und ihn weitergeben in Form von Anerkennung, Begeisterung und Wertschätzung. Den anderen zurufen, wo die nächste Hürde sein könnte und bereit sein, wenn der Ball wieder zurückgespielt werden sollte.

Selbstmotivation aktivieren heisst, bei sich anfangen nach eigenen Werten leben und im Umgang mit Kollegen die Zusammenarbeit mit einem ermutigenden Stil pflegen. Den Beitrag von Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten schätzen und würdigen sowie ihre Entscheidungen akzeptieren, um aus den vorgefundenen Voraussetzungen das Beste herauszuholen. Dies ist der einzige Weg, damit letztlich alle als Gewinner aus der Situation hervorgehen. „Sich selbst gewinnen lassen“ (vgl. Huhn/Bakerra 2002) ist das erfolgversprechendste Ziel, damit die ganze Mannschaft gewinnt.

Und sollte das gegnerische Team trotz allem einmal gewinnen: Fairplay und genau dann Anerkennung der gegnerischen Leistung!

„Lange Diskussionen und Streit auf dem Spielfeld sind schliesslich auch nicht denkbar.“

ProPers AG als Berater und Dienstleister rund um das Thema Personal ist auch bei anspruchsvollen und sensiblen Themen gerne bereit Ihr erster Ansprechpartner zu sein. In einem Coaching können alle Grundsteine für die Selbstmotivation gelegt und damit die Basis zum persönlichen wie beruflichen Erfolg geschaffen werden.

Literaturempfehlung

Bruce, Anne/ Pepitone, James (2001), Mitarbeiter motivieren. Frankfurt am Main: Campus Verlag/ ISBN 3-593-36821-8

Felser, Georg (2004), Motivationstechniken, Persönliche Erfolgfaktoren ermitteln, Psychologie praktisch anwenden. Berlin: Cornelsen Verlag/ ISBN 3-589-21909-2

Huhn, Gerhard/ Backerra, Hendrik (2002), Selbstmotivation, sich selbst gewinnen lassen. München Wien: Carl Hanser Verlag/ ISBN 3-446-22091-7

Watzlawick, Paul (1983), Anleitung zum Unglücklichsein. Vom Schlechten des Guten. München: Piper Verlag/ ISBN 978-3-492-2441-1

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