Zum Thema Arbeitsweg
Wie lange darf ein Arbeitsweg sein?
- Wer kennt das nicht? Sie suchen eine neue Stelle, weil Sie sich weiter entwickeln möchten, arbeitslos sind oder mit der augenblicklichen beruflichen Situatioin allgemein unzufrieden sind. Sie werden fündig – ein Stellenangebot elektrisiert Sie. Aber nein – der Arbeitsweg ist zu weit. Sie verwerfen den Gedanken. Ist der Entscheid richtig?

SH Öv
Viele Bewerbende wünschen sich den Arbeitsort so nahe wie möglich am privaten Lebensmittelpunkt. Selbstverständlich gibt es solche Arbeitsverhältnisse. Es ist in der Tat fantastisch, wenn man morgens länger schlafen kann, während der Mittagszeit zuhause isst und abends schneller den Feierabend geniessen darf als die meisten Arbeitskollegen/-innen. Eine beneidenswerte Situation. Die Bereitschaft der Arbeitnehmer einen weiteren Arbeitsweg auf sich zu nehmen steigt jedoch immer mehr an. Nicht zuletzt, weil Flexibilität heute gross geschrieben wird.
In den letzten Jahrzehnten ist die Länge des Arbeitsweges bei einer grossen Zahl der Erwerbstätigen immer mehr angestiegen.
Laut BFS sind im Jahr 2000 ca. 50% der Berufstätigen mit dem Auto zur Arbeit gefahren, während es im Jahr 1970 nur 25% waren. Im Vergleich dazu nutzen knapp 10% der Bevölkerung nach wie vor die öffentlichen Verkehrsmittel. Der Prozentsatz ist hier zwischen den Jahren 1970 und 2000 nahezu unverändert geblieben.
Der Arbeitsweg gilt bei vielen Menschen als beschwerlich und stressig.
Muss aber ein längerer Arbeitsweg denn wirklich Stress bedeuten? Es gibt einige Möglichkeiten, wie man eine lange Fahrt, sei es mit dem eigenen Auto oder den ÖV, sinnvoll gestalten kann.
Tipps vor Fahrtbeginn:
- Verfolgen Sie vor der Abfahrt die Verkehrsinformationen im Radio, damit Sie sich frühzeitig darauf einstellen und vielleicht sogar einen anderen Weg nehmen können.
- Sollten Sie doch in einen Stau geraten, schaffen Sie sich Zeit und ein gutes Gewissen indem Sie Wartende über eine mögliche Verspätung informieren.
- Schliessen Sie vor der Fahrt ihr Headset an. Nicht vergessen – sonst wird’s teuer!
Manche nutzen die Zeit im Auto dafür, sich einem Hörbuch zu widmen, sich mental auf bevorstehende Meetings vorzubereiten oder sich gedanklich auf den Tag im Geschäft einzustellen. Auf dem Heimweg kann man sich vom Arbeitstag lösen und sich auf die private Zeit einstellen. So nimmt man den Stress nicht mit nach Hause. Lassen Sie den Arbeitsalltag einfach im Auto und parken Sie ihn mit dem Wagen in der Garage! Die Familie wird es Ihnen danken.
Wer lieber mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit fährt, der kann die Zeit ebenfalls zu seinem Vorteil nutzen. Während der Fahrt kann problemlos gelesen oder telefoniert werden. Wer die Zeit auf seinem Arbeitsweg nutzt, um zu arbeiten, kann eventuell sogar mit dem Vorgesetzten über eine Anerkennung der Wegzeit als Arbeitszeit verhandeln. Nutzen Sie die Gelegenheit soziale Kontakte aufzubauen und Bekanntschaften zu pflegen. Sie begegnen nämlich täglich vielen Mitmenschen, die den gleichen Arbeitsweg haben. Auf dem Fussweg vom Bahnhof ins Geschäft kann noch ein wenig Sauerstoff getankt werden und man hat bereits schon einen Teil des täglichen Fitnessprogramms absolviert. Zudem entfällt die lästige Parkplatzsuche.
Wer nach der Arbeit noch ein, zwei Feierabendbierchen geniessen möchte, kann dies dank ÖV guten Gewissens tun.
Wir denken, dass der Weg zur Arbeit mit guter Laune und ganz ohne Stress zu bewältigen ist und ein tolles Stellenangebot nicht deswegen ausgeschlagen werden sollte.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine gute Fahrten im 2010, mit wenig Stau dafür umso mehr interessante Begegnungen.


